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Sonnenfinsternis vom 12.8.2026

Am 12. August war es endlich so weit. In der ganzen Schweiz konnte man ein Naturspektakel beobachten, die Sonnenfinsternis. Das Spektakel begann in Arch und Leuzigen etwa um 19:24 Uhr. Man konnte gut beobachten, wie sich der Mond langsam vor die Sonne schob.

Es war sehr interessant, dies zu beobachten.

Um 20:19 Uhr erreichte die Finsternis ihren Höhepunkt. Fast die ganze Sonne war bedeckt und es war fast komplett dunkel.

Meine Familie und ich beobachteten die Sonnenfinsternis von einem Aussichtspunkt aus in der Nähe unseres Hauses.

Andere Leute waren auch noch dort, jedoch hatten nicht alle Sonnenfinsternisbrillen gekauft.

Sie hatten darum die Idee, anstatt durch Brillen zu sehen, sich eine eigene Brille aus einem leeren Karton zu basteln. Jedoch ist es sehr wichtig, einen Schutz gegen die Sonne zu tragen, weil man sonst erblinden könnte.

Es war sehr spektakulär, die Sonnenfinsternis zu beobachten, weil ich diese noch nie erlebt habe. Als sie das letzte Mal passiert ist, konnte ich sie nicht sehen.

Es hätte uns alle jedoch gefreut, die komplette Sonnenfinsternis in Spanien zu sehen. Aber wir haben trotzdem gratis Sonnenfinsternisbrillen in der Schule bekommen.

Ausserdem hat uns unser Klassenlehrer alles über die Sonnenfinsternis erklärt und uns ein Erklärvideo gezeigt.

Alles in allem war es ein sehr interessantes Ereignis und sehr spannend, dies zu beobachten.

Bericht von Zoe Wyss

Ursprünglich wollte ich mit der ganzen Schule nach Spanien fahren. 1/4 aller Eltern sprachen sich gegen diese Exkursion aus. So machte ich einen Kurztrip nach Spanien nur mit meiner Familie. Unser Beobachtungsort war San Miguel de Bernuy, etwa zwischen Madrid und Bilbao. Zwei Freunde hatten die Gegend vorher ausgekundschaftet und einen wunderschönen Platz bei einem Tal gefunden.

Schon vor der Sonnenfinsternis gab es dort einiges zu beobachten. Über dem Tal kreisten immer wieder Geier. Dazu kam die besondere Landschaft und ein praktisch wolkenloser Himmel. Wir waren mit der ganzen Familie dort und warteten gespannt darauf, dass sich der Mond langsam vor die Sonne schob.

Zuerst geschah alles sehr langsam. Mit den Sonnenfinsternisbrillen konnte man beobachten, wie die Sonne immer schmaler wurde. Je näher die Totalität kam, desto eigenartiger wurde das Licht. Die Landschaft verlor ihre normalen Farben und das Licht wirkte immer unwirklicher.

Um 20.30 Uhr begann schliesslich die Totalität. In San Miguel de Bernuy dauerte sie rund eineinhalb Minuten. Die Sonne stand zu diesem Zeitpunkt nur noch etwa 8 Grad über dem Horizont.

Dann verschwand der letzte helle Teil der Sonne.

Für einen kurzen Moment konnte man den Diamantring sehen. Danach lag die schwarze Scheibe des Mondes mitten vor der Sonne. Rundherum erschien die Korona, die äussere Atmosphäre der Sonne. Sie leuchtete weiss um den schwarzen Mond. Am Horizont waren gleichzeitig die warmen Farben des Sonnenuntergangs zu sehen.

Das Überraschendste war für mich aber etwas anderes: Es wurde gar nicht richtig dunkel.

Ich hatte schon andere totale Sonnenfinsternisse erlebt und erwartete einen deutlich dunkleren Himmel. Normalerweise tauchen während der Totalität auch Sterne und Planeten auf. Dieses Mal konnten wir jedoch gerade einmal etwa zwei Sterne beziehungsweise helle Himmelsobjekte erkennen. Der Himmel blieb erstaunlich hell.

Nach rund 90 Sekunden erschien auf der anderen Seite des Mondes wieder der erste direkte Sonnenstrahl. Noch einmal entstand für einen kurzen Moment ein Diamantring. Dann war die Totalität bereits vorbei.

Für uns als Familie war es ein einmaliges Erlebnis. Die Landschaft, die kreisenden Geier, das seltsame Licht, die tief stehende Sonne und schliesslich der schwarze Mond vor der Korona - diese eineinhalb Minuten werden wir wohl nicht so schnell vergessen.

Auf dem Rückflug beschäftigte mich aber eine Frage: Warum war diese totale Sonnenfinsternis so hell?

Ich begann darüber nachzudenken und nach einer Erklärung zu suchen. Erstaunlicherweise fand ich dazu in den Berichten und Informationen zur Sonnenfinsternis kaum etwas. Dabei war gerade die aussergewöhnlich tiefe Stellung der Sonne ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen totalen Sonnenfinsternissen.

Meine Erklärung dazu:

Warum war es während der Sonnenfinsternis noch so hell?

Weisses Sonnenlicht besteht aus vielen Farben. Das sieht man besonders schön beim Regenbogen: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett. Zusammen erscheinen diese Farben für unsere Augen weiss.

Die Farben unterscheiden sich durch ihre Wellenlänge. Blaues und violettes Licht ist kurzwellig. Man könnte sagen: Dieses Licht ist etwas «nervöser». Rotes und oranges Licht ist langwelliger und etwas «ruhiger».

Unsere Atmosphäre reagiert besonders stark auf das kurzwellige, «nervöse» Licht. Vereinfacht gesagt: Die winzigen Luftteilchen nehmen dieses Licht auf und geben es sofort wieder in eine andere Richtung weiter. Das Licht wird gestreut.

Darum ist unser Himmel tagsüber blau. Blaues Licht wird viel stärker in alle Richtungen verteilt als rotes Licht. Egal wohin wir am Himmel schauen - von überall erreicht uns dieses gestreute blaue Licht.

Steht die Sonne hoch am Himmel, muss ihr Licht nur einen relativ kurzen Weg durch die Atmosphäre zurücklegen.

Steht die Sonne dagegen tief über dem Horizont, wird der Weg durch die Atmosphäre sehr lang. Das blaue und grüne Licht wird unterwegs immer stärker herausgestreut. Beim direkten Sonnenlicht bleiben deshalb vor allem die «ruhigeren» langwelligen Farben übrig: Gelb, Orange und Rot. Deshalb sind Sonnenuntergänge oft orange oder rot.

 

Und genau das spielte bei der Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 eine wichtige Rolle. Die Sonne stand während der Totalität sehr tief über dem Horizont. Obwohl der Mond die Sonne vollständig bedeckte, befand sich rund um uns noch sehr viel Atmosphäre, die von weiter entfernten, noch von der Sonne beleuchteten Gebieten Licht erhielt.

Dieses Licht wurde in der Atmosphäre gestreut und erreichte uns aus vielen Richtungen. Deshalb wurde es während dieser totalen Sonnenfinsternis nicht so dunkel wie bei einer Sonnenfinsternis mit hoch stehender Sonne.

Man könnte sagen: Die Sonne war weg - aber die Atmosphäre leuchtete noch weiter.

Dominic Blaser